HOME · ÜBER DEN VERLAG · IMPRESSUM · AGB · NEWSLETTER · KONTAKT · AMAZON-SHOP[Externer Link]        

SAXA Verlag Berlin

SAXA Verlag Berlin





 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Sie sind hier: Startseite » Kooperationen » Arbeitsstelle für deutschmährische Literatur


Arbeitsstelle für deutschmährische Literatur


Die Arbeitsstelle für deutschmährische Literatur, die 1998 am Lehrstuhl für Germanistik der Palacky-Universität in Olmütz/Olomouc gegründet wurde, befasst sich im Allgemeinen mit der Geschichte der deutschmährischen Literatur und Kultur. Die Arbeitsstelle versteht ihre Forschung nicht primär als "Regionalforschung", sondern als Beschäftigung mit Weltliteratur bzw. mit einem Teil der österreichischen bzw. gesamtdeutschen Literatur, die biographische oder werkimmanente Bezüge zu Mähren hat.

In den zwölf Jahren ihrer Existenz hat die Arbeitsstelle an die 20 internationale wissenschaftliche Konferenzen veranstaltet, gab in der Bücherreihe Beiträge zur deutschmährischen Literatur 15 Bände wissenschaftlicher Studien, ein zweibändiges Lexikon der deutschmährischen Autoren und in der Reihe poetica moraviae mehrere Bände belletristischen Schrifttums in tschechischer Übersetzung heraus, erstellte drei repräsentative elektronische Datenbanken zur deutschmährischen Literatur (Verzeichnis der Konferenzen und Veröffentlichungen), beteiligte sich an internationalen Forschungsprojekten mit deutschen und österreichischen Partnern, erhielt viermal Zuwendungen vom tschechischen Schulministerium für Sonderforschungsbereiche (Grantová agentura CR) und erwirtschaftete sich durch diese Aktivitäten ein internationales Renommee, das sich u.a. auch durch die Installierung einer Stiftungsprofessur des BKM der Bundesrepublik Deutschland im Lehrstuhl (der ersten außerhalb der Grenzen der Bundesrepublik Deutschland) äußerte.

Die ursprüngliche Erwartung eines Textkorpus von höchstens 200 deutschmährischen Autoren, die die deutschmährische Literatur verkörperten, wurde schnell widerlegt: In der Datenbank der Arbeitsstelle figurieren heute bereits etwa 3000 Namen.

Die Arbeitsstelle leistet auch Öffentlichkeitsarbeit, organisiert Ausstellungen, Lesungen und Vorträge und wahrt außerdem die für eine Universität typische Doppelfunktion, verbindet organisch Forschung und Lehre, indem das Team aus vier graduierten Wissenschaftlern und aus 20 bis 40 Studenten verschiedener Studienabschnitte besteht. Diese Zusammensetzung des Forscher-Teams garantiert einerseits die Ausbildung im Forschungsprozess - unter der Ägide der Arbeitsstelle publizieren Studenten und Doktoranden ihre ersten wissenschaftlichen Arbeiten, lernen schrittweise die Methoden und Wege wissenschaftlichen Arbeitens -, garantiert aber andererseits eine hohe Dynamik, jugendlichen Elan und allgemein eine "fröhliche Wissenschaft".

Im Oktober 2010 wurde die Arbeitsstelle für deutschmährische Literatur mit einem der Kulturpreise Deutsche Sprache der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) und des Vereins Deutsche Sprache (Dortmund) ausgezeichnet. Der Initiativpreis Deutsche Sprache wird Personen, Gruppen und Einrichtungen verliehen, die Ideen für die Förderung und Weiterentwicklung der deutschen Sprache umgesetzt oder Vorbilder für gutes, klares und elegantes Deutsch in literarischen Texten, in wissenschaftlichen Abhandlungen, in der politischen Rede, in Texten zu Musikstücken oder in der Publizistik gegeben haben.

Prof. Dr. Helmut Glück, Sprachwissenschaftler und Jury-Sprecher, unterstrich in seiner Laudatio die Bedeutsamkeit des Schaffens der Arbeitsstelle: "Es gehörte in Olmütz bis 1989 Mut dazu, auf die Existenz des deutschen Anteils an der Literatur der eigenen Gegend zu pochen, an diese Literatur zu erinnern, sich mit ihr zu befassen." Denn nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutschsprachige Bevölkerung zum großen Teil vertrieben. Auch für die Aufarbeitung dieser düsteren Jahre des Vergessens wurde die Arbeitsstelle nun ausgezeichnet. "Sie will interessierten Forschern eine möglichst lückenlose Sammlung von Fakten bieten, die die deutschsprachige Literatur Mährens betreffen", erklärt der Sprecher der Jury.




© 2009 Detlef Wilske · All rights reserved